Höfische Kultur in Japan


Das Dorf Shirakawa-go in der Präfektur Gifu ist Weltkulturerbe und war schon im Mittelalter besiedelt. Weitere Infos unter: http://ml.shirakawa-go.org/en/. Die Aufnahme stammt von Jordy Meow und entstand am 2. Februar 2014 [CC BY-SA 3.0 ], Wikimedia Commons.

Das Seminar „Höfische Kultur in Japan“ beginnt am Freitag, 19. Oktober 2018.

Wir treffen uns in der dritten Doppelstunde (11:10-12:40) in Raum SE 1-24 im Seminargebäude am Zelleschen Weg, neben der SLUB.

Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Seminar kann ohne Voraussetzungen besucht werden.
Das Seminar eignet sich insbesondere für Studierende im Rahmen des AQUA-Angebots oder für Studierende, die das Regionalstudium Ostasien mit Schwerpunkt Japan absolvieren, oder für Studierende mit einem besonderen Interesse am Thema ;-).

Kurzbeschreibung
Höfische Kultur, das ist die Kultur, die entsteht, wenn eine dynastisch legitimierte politische Elite zugleich auch die kulturelle Avantgarde einer Gesellschaft bildet. In Japan war das in einem Zeitraum von über 1000 Jahren der Fall, vom 6. bis zum 16. Jahrhundert, allerdings gefestigt nur etwa vom 7. bis zum 14. Jahrhundert und mit mehreren wichtigen Brüchen innerhalb dieses Zeitraums.
Die höfische Kultur in Japan manifestiert sich vor allem in erstaunlichen Holzbauten, in Künsten wie der Teezeremonie oder dem Nô-Theater und in einem raffinierten Umgang mit Sprache.
Im ersten Teil des Seminars eignen wir uns grundlegendes Wissen zu den Voraussetzungen und Umständen kulturellen Lebens in Japan zwischen dem 7. und dem 14. Jahrhundert an. Das geschieht vor allem durch Vorträge der Dozentin und Diskussionen dazu. Im zweiten Teil wählen die Teilnehmenden eine herausragende Schöpfung der höfischen Kultur in Japan aus und stellen sie in einem Modell oder einer Collage mit entsprechend aufbereiteten Hintergrundinformationen vor.
3D-Drucker oder Trickfilm-Technik dürfen gerne verwendet werden; die Arbeit in einer Gruppe wird empfohlen.
Für die Projektarbeit kann ein Leistungsnachweis erworben werden (3 Leistungspunkte). Vorkenntnisse oder Japanisch-Kenntnisse sind nicht erforderlich. Gute Englischkenntnisse sind aber von Vorteil, weil die meiste Forschungsliteratur auf Englisch verfaßt ist.

Zum Herunterladen

  1. Inhalt und Zeitplan (pdf)
  2. Präsentation: Herausragende Werke der höfischen Kultur in Japan (wikimedia) (pdf,  Bilder komprimiert,  1 MB)
  3. Wikipedia (en):  Beiträge zu 12 ausgewählten Werken der höfischen Kultur in Japan (kleine Fehler in den Abbildungen im letzten Beitrag (Teezeremonie) (pdf, 7 MB)
  4. Wirtschaft und Technologi: Literaturhinweise und Exzerpte (pdf)

Ergebnisse der Forschung zum Hôryû-ji
Hearn1991_FLWrightHighRiseArch_JapInspiration
Morris1999_JapBuildingsArcheology
Pradel2008_KamakuraShôtokuMandala
Soper1951_Horyuji_SuikoSculpture
Steinhardt2004_TangArchitecture-compressed
Steinhardt2011_EastAsianArch_6thCentury
YamamotoEdwards1995_EarlyBuddhistTemplesConstruction
StavrosTomishima2018_ShokokujiPagoda-compressed

Ergebnisse der Forschung zum Kojiki
Antoni2012_Kotodama
Bentley2001_Manyogana
Brownlee1987_AncientJapanIdeologicalControl
Carter1984_MedievalJapLinkedVerseContests
Como2003_AsukaLiteracy
Duthie2013_JinshinJapChronicles
Isomae1999_YamatotakeruLegendVersions
Isomae2000_KojikiMotooriNorinaga
Kamei-Dyche2011_BookPrintJapan
Morley2016_HeianPoetryDiplomacy
Ohbayashi1984_DescentfromHeavenJapanKorea
Ohki2007_JapCalligraphy
Palmer1991_LandoftheRisingSun
Piggott1990_NaraMokkan
Sato1991_ChronologyIdeas
Takamitsu1984_KojikiMythology
Veer1976_Kojiki_MythStructure
Wilson1980_TimeandHistoryinJapan

Ergebnisse der Forschung zum Ginkaku-ji
IshidaBrown1963_MuromachiArtZen
Miengpruksawan1993_HouseofGold
OgataIiYamada2010_JapGardensKyotoBasin
StavrosTomishima2018_ShokokujiPagoda-compressed

Werke der höfischen Kultur präsentieren – Reflektionen

Society for Experiental Graphic Design (2014, Internet):
„The 20 Most Influential Exhibit Designs this Century“, im Netz unter:
https://segd.org/20-most-influential-exhibit-designs-century (13.12.2018)

Wodurch wirken die Ausstellungen?

  • Sinne aktivieren
    • Überraschen durch ungewohnte Umgebung für Objekte.
    • Spektakuläre Effekte für die Sinne inszenieren.
    • Verfremden;  Fakten in Eindrücke für Augen und Ohren verwandeln (Nr.  8 American Museum of Jewish Heritage 2013)
    • Farben und Zusammenstellung aktivieren die Sinne. (Nr. 7 Royal Academy of Arts Summer Exhibition 2015)
  • Spielerisch.
  • Rätsel.
  • Erleben dynamisieren
    • Datenverarbeitung und Technologie von interaktiven Bildschirmen (mittels einfacher Berührung oder digitaler Fotografie) ermöglichen eine Individualisierung und reaktive Dynamisierung des Erlebens. (Nr. 6 Gallery One, Cleveland 2012)
    • Bewegung verändert den Eindruck (Nr. 18 One-way colour tunnel, Olafur Eliasson, San Francisco Museum of Modern Art 2007)
  • Schockieren.
  • Echte Dinge ins Museum holen. (U-Boot…)
  • Berühmte Namen.

Über Wikipedia hinaus: Forschung zum 7. und 8. Jahrhundert

Volltexte sind abrufbar via JSTOR-Lizenz der SLUB.

Tsurumi,  E. Patricia (1981): „Japan’s Early Female Emperors“, Historical Reflections / Réflexions Historiques, Vol. 8, No. 1 (Spring 1981), pp. 41-49. Im Netz unter:  https://www.jstor.org/stable/41298739 (22.11.2018)
Frauen regierten in der Asuka und Nara-Zeit ebenso legitim als ‚göttliche‘ Wesen wie Männer.

Bender, Ross (1979):  „The Hachiman Cult and the Dokyo Incident“, Monumenta Nipponica, Vol. 34, No. 2 (Summer, 1979), pp. 125-153. Im Netz unter: https://www.jstor.org/stable/2384320 (22.11.2018)
Die Affäre um den Mönch Dôkyô verursachte Aufruhr nicht, weil er womöglich ein Verhältnis mit einer Kaiserin hatte, sondern weil er die Vorherrschaft shintoistischer Gottheiten herausforderte. Allgemeiner gesprochen: Bis zum Ende der Nara-Zeit konkurrierten einheimische und importierte Gottheiten lebhaft um ideologische Dominanz; der Wandel hin zum Buddhsimus verlief ausgesprochen „fuzzy“.

Toby, Ronald P.  (1985): „Why Leave Nara? Kammu and the Transfer of the Capital“, Monumenta Nipponica, Vol. 40, No. 3 (Autumn, 1985), pp. 331-347. Im Netz unter: https://www.jstor.org/stable/2384764 (22.11.2018) Entscheidend für die Aufgabe von Heijô-kyô (Nara) als Hauptstadt waren der Wandel im Verständnis von der Funktion der kaiserlichen Residenz und die Nähe zu den Gräbern der Ahnen bestimmter Dynastien.